Chronik des Angelsportverein 1920 e.V. Lampertheim

 

Auszug aus der Festschrift von 1995

In diesem Jahr werden es 75 Jahre, dass zum ersten Mal in Lampertheim Anglerinteressenten zusammenfanden, um sich zu organisieren. 75 Jahre Angelsportverein spiegeln nicht nur 71/2 Jahrzehnte Fischerei wieder, sondern bedeuten auch 75 Jahre Freundschaft und Dankbarkeit an die Sportfreunde, die alles erarbeitet und aufgebaut haben. Denn zuvor wurde in Lampertheim überwiegend „schwarz“ gefischt, wobei die frühere Gendarmerie gute Geschäfte mit dem aushändigen von Strafmandaten machte.
Es gab nur ganz wenige, die sich bei den Großfischern die Genehmigung zum Angeln mit einer Handangel ohne Rolle erkauften. Am 24. September 1920 traf sich eine an der Sportfischerei interessierte Personengruppe zu einer Versammlung im Lokal „Zum Prinzen Karl. Ziel war die Gründung eines Angelsportvereins in Lampertheim. Nach dieser Zusammenkunft schrieben sich 48 Personen namentlich in eine Liste ein. Im Februar 1921 war dann die eigentliche Gründungsversammlung in der Gaststätte „Pfälzer Hof“. Hierbei wurde Herr Heinrich Laut aus der Burggasse zum 1. Vorsitzenden gewählt. Er war der Vater unserer ehemaligen Mitglieder Willi und Heinrich Laut. Bis dann der ASV Anerkennung und Daseinsberechtigung als Verein fand, sollten noch viele harte Jahre Vereinsarbeit anstehen. 1922 gaben die Großfischer nur eine geringe Anzahl Karten ab für die einfache Handangel ohne Rolle, und die kostete damals 35 Mark. Auch im Jahre 1923 wollten die „Herrscher der Gewässer“ nur 15 Altrheinkarten abgeben, mussten dann aber auf Grund von Eingaben pro Kilometer 10 Karten dem Verein zukommen lassen. 1926 konnte man zu der Altrheinkarte auch eine für den Rheinstrom zu 10 Mark erwerben. Es war jedoch sehr schwer eine Angelrute zu kaufen, denn noch immer hatte der Großfischer das Ausgaberecht.
1928 fand der erste Vereinsball mit Theater und Tombola statt. Ebenso wurde in diesem Jahre der Hollandgraben für den Köderfang gepachtet. Zum ersten Male wurde 1932 eine Interessengemeinschaft gebildet, um sich für die Pachtung des Heegwassers einzusetzen. Dies sollte sich bis zum heutigen Jahr 1995 noch einige Male in den Vereinsprotokollbüchern ohne Erfolg wiederholen. 1938 wurde der Lampertheimer Altrhein als Naturschutzgebiet ausgewiesen, daher durfte das Heegwasser ab diesem Zeitpunkt nicht mehr befischt werden. Im Jahre 1940 wurde zum ersten Male im Rheinstrom, nach wiederholten Eingaben, das Fischen mit der Rolle erlaubt. Mit Unterstützung per Unterschrift des Apothekers Feldhofen und des damaligen Bürgermeisters Grünewald, gelang es dem Verein nach vielen Verhandlungen, dass die Südseite des Heegwassers wieder zum Befischen freigegeben wurde.
Nun kamen die harten Kriegszeiten auch auf den Angelsportverein zu, viele Mitglieder wurden zum Wehrdienst eingezogen und es wurde auf eine Feier zum 25- jährigen Bestehen des Vereins verzichtet. Ebenso wurde das Angeln mit der Handangel wieder verboten. Erst seit 1947 darf mit den üblichen Geräten gefischt werden. Bei einer Bezirkssitzung, welche 1948 mit der Teilnahme des Bürgermeisters und des Polizeidirektors stattfand, wurde seitens des Vorstandes eine anzahlmäßige Erhöhung der Angelkarten angestrebt. Diese waren zu diesem Zeitpunkt noch auf 150 Stück beschränkt. Der Angelsportverein fand immer größeren Zulauf. Bei einer Mitgliederversammlung im Jahre 1960 waren 160 Mitglieder anwesend und beim Vereinsfischen im Rheinstrom wurden 62 Mitglieder gezählt.
Damals begannen die Bemühungen um in angepachteten Gewässern fischen zu können. Zuvor hatte man nur die Gelegenheit im Rhein oderAltrhein seinem Hobby nachzugehen.
Am 8. Januar 1961 wurde beim Lampertheimer Amtsgericht die Eintragung in das Vereinsregister beantragt. Diese erfolgte dann im Jahre 1963 und der ASV galt damit als eingetragener Verein.
Im August des Jahres 1961 fand in der Jahnhalle ein großer Festkommers aus Anlass des 40-jährigen Jubiläums statt.
Im Juni 1964 tritt der Vertrag über eine Pachtung des Knödler-weihers in Kraft. Die Pachtzeit betrug 5 Jahre. Im gleichen Jahr entstand durch eine Absplitterung von ASV Mitgliedern ein weiterer Angelsportverein in Lampertheim, der Anglerclub Freundschaft ACF. Im Oktober 1964 bekam der Vorstand von der Stadt Lampertheim die Erlaubnis zum Fischbesatz und zum befischen des Badeweihers. Hier galt der ganz große Dank dem Mitglied Rechtsanwalt und Notar Dr. Keilmann, dessen besonderer Verdienst es war, die Pachtung der Gewässer zu ermöglichen. Nun begann die Zeit der Pokal- und Wettbewerbsfischen. 1966 wurde das „Südhessenpokal Angeln mit öffentlicher Ausschreibung zum ersten Male im Rheinstrom durchgeführt.
Zahlreiche Hessenmeistertitel und die damit verbundene Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften errangen die ASV Angler im sportlichen Fischen. So wurde 1971 Heinz Biedermann 1. Hessenmeister, 1973 gelang es erneut H. Biedermann, 1974 hieß der Sieger Rudi Guckert und 1977 errang den Titel erneut H. Biedermann. Bei den Jugendlichen erreichten diese Ehrung Ingeborg Fritz, Manfred Polly und Gerhard Zehnbauer. 1981 war G. Zehnbauer Teilnehmer einer Mannschaft, die im selben Jahr Deutscher Meister wurde.
Auch über den Titel eines Vize-Europameisters durfte er sich im gleichen Jahr freuen. Im Jubiläumsjahr 1970, wo der Angelsportverein 1920 sein 50-jähriges Bestehen feiern durfte, wurde der Verein mit der Ausrichtung der Deutschen Meisterschaft im sportlichen Fischen vom Verband Deutscher Sportfischer VDSF beehrt. Im gleichen Jahr durfte der ASV auch ein Vierländerturnier veranstalten, wobei das Mitglied Rudi Guckert für das Team Deutschland startberechtigt war. 1976 wurde man mit der Durchführung der Hessenmeisterschaft in Lampertheim beauftragt. Die Ära Meisterschaftsangeln endete mit der Herausgabe eines neuen Fischereigesetzes im Jahre 1990.
Zum unterstellen an Regentagen wurde der Bau einer Blockhütte 1974 von der Stadt Lampertheim genehmigt. An verschiedenen Spargelfestumzügen und an der 1150 Jahrfeier nahmen die Sportangler mit einem eigens hergestellten Festwagen aktiv teil. Die Neugestaltung der Lampertheimer „Kerwe“ im Jahre 1978 nahm man zum Anlass, mit dem Bau und der Aufstellung eines Verkaufsstandes teilzunehmen. Bis zum heutigen Datum ist der Angelsportverein mit einer Fischbraterei stets vertreten. 1980 wurde das erste Lampertheimer Fischerfest vom damaligen Vorstand in der Siedlerhalle mit der Bevölkerung gefeiert. Dieses fand ab dem Jahre 1985 in der Feierabendhalle statt.
Im 61. Vereinsjahr des ASV 1920 konnten endlich lange gehegte Baupläne verwirklicht werden. Ewigen Dank sprach der Vorstand bei der Einweihung im Jahre 1981 dem damaligen Bürgermeister Hans Pfeiffer für dessen Unterstützung seitens der Stadt aus. Hans Pfeiffer wurde dabei zum „Ehrenangler“ des Vereins ernannt. 7000 Arbeitsstunden mussten die Mitglieder aufbringen, bis das 15 x 10 Meter große Vereinsheim gebaut war. Seitdem wird das Clubhaus ständig von den Mitgliedern genutzt, sei es für geregelte Vorstandssitzungen oder für die verschiedenen Vereinsveranstaltungen. Im Jubiläumsjahr beträgt die Mitgliederzahl 276 Personen und der ASV ist Mitglied des Landesverbandes Hessen-Süd e.V. und somit auch Mitglied im VDSF.


Das Vereinsheim des ASV nach der Einweihung 1981

Den Streifzug durch 75 Jahre Vereinsgeschichte sollen Hoffnung auf

Glück und Gesundheit der Vereinsmitglieder bis zum nächsten Jubeljahr beenden.